Die Einweisung als Service

„Würden Sie uns eben mal eine Einweisung geben?“ Diesen Satz hören Gerüstbauer immer wieder. Das geht auch in Ordnung, schließlich schreibt die VOB eine fachgerechte Einweisung bei Übergabe vom Gerüst vor. Verlangen Kunden jedoch wieder und wieder erneute Einweisungen, können solche zusätzlichen Einweisungen lästig werden. Wie Sie die VOB einhalten, ohne Ihre Kunden vor den Kopf zu stoßen, erfahren Sie im Folgenden.

Das Problem

Durch häufigen Austausch von Personal oder Subunternehmern haben viele Auftraggeber das Problem, dass frisch hinzukommende Mitarbeiter in den sicheren Umgang mit dem Gerüst eingewiesen werden müssen. Diese Einweisungen sind ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Sicherheit. Aus diesem Grund ist die Ersteinweisung als Pflicht des Gerüstbauers in der VOB verankert.

Das Augenmerk liegt hierbei auf der Ersteinweisung, denn weitere Einweisung zu einem Gerüst gehören nicht mehr zu den Pflichten des Gerüstbauers. Hier gilt es, mit dem Auftraggeber eine Einigung zu erzielen.

Die Sicht der Kunden

Einige Auftraggeber nehmen die sicherheitskritischen Verpflichtungen, die mit dem Gerüst einhergehen, sehr ernst. Anstelle spätere Einweisungen selber durchzuführen, möchten sie diese gerne weiter von fachkundigem Personal vermitteln lassen, also von uns als Gerüstbauer.

In anderen Fällen hat ein Auftraggeber eventuell die VOB nur halb gelesen. Für ihn stand in der VOB irgendetwas von einer Einweisung, die der Gerüstbauer zu leisten habe. Daher fordert er sein vermeintliches Recht wieder und wieder ein.

Sensibler Umgang ist gefragt

Generell gilt: Die Ersteinweisung ist eine Pflicht gemäß der VOB, die der Gerüstbauer kostenlos zu leisten hat. Jede weitere Einweisung stellt einen Mehraufwand dar, der als Besondere Leistung separat abzurechnen wird.

Als sinnvoll hat sich herausgestellt, zusätzliche Einweisungen noch am Gerüst vor Ort vom Auftraggeber bestätigen zu lassen. Etwaige Missverständnisse räumen Sie damit schon im Vorhinein aus und der Kunde merkt, dass allzu häufige Einweisungen auf Dauer zur Kostenfrage werden.