Zukunft

Die Gerüstbau-Zunft – ein Modell für die Zukunft

„Er ist ein Meister seiner Zunft.“ Mit diesem Ausspruch wird noch heute gern eine meisterliche Handwerksarbeit gelobt. Auch Gesellen befinden sich wieder vereinzelt auf Wanderschaft, um in ihrer traditionellen Kluft Erfahrungen in der Ferne suchen. Offiziell sind Zünfte schon lange in den jeweiligen Innungen aufgegangen, doch ihre Werte sind heute so aktuell wie eh und je.

Kurzer Rückblick auf die Geschichte der Zünfte

Das Wort Zunft ist keine Verkürzung von Zukunft, sondern geht auf das Verb „ziemen“ zurück. Die Zunft eines Handwerks wachte als Zusammenschluss von Handwerkern seit dem Mittelalter über Qualität, Ansehen, Löhne, Produktionsmethoden und sogar die Hinterbliebenenversorgung in ihrem Handwerk. Eine „zünftige“ Arbeit war daher ein hohes Qualitätsmerkmal. Meister und Gesellen einer Zunft profitierten von diesem guten Ruf.

Der Anfang des 19. Jahrhunderts stellte das Ende der Zünfte dar. Die Arbeit in den Manufakturen und Fabriken unterschied sich deutlich vom gewohnten Handwerk. Beginnend mit den preußischen Reformen wurde das Zunftwesen der Gewerbefreiheit und dem freien Unternehmertum geopfert. Erst mit der 1900 gegründeten Handwerkskammer kehrte eine Interessenvertretung und gleichzeitig Kontrolle des Handwerks zurück. Seither kümmern sich gewerbespezifische Innungen unter Aufsicht der Handwerkskammer um das Wohl ihrer Mitglieder.

Meister-Handwerk wie in einer Zunft

Menschen beginnen wieder, den Gerüstbau als hochwertige Dienstleistung anzusehen. Einst haben Zünfte das Ansehen der Handwerke gesteigert, ihre Werte sind noch heute maßgebend für die gewissenhafte Arbeit, die Gerüstbauer jeden Tag leisten. Die Anforderungen der Zukunft steigen mit jeder technischen Innovation. Heute brauchen wir kluge Köpfe und Teamplayer, die sich mit immer komplexeren Architekturen auseinandersetzen. Schon heute benötigt rund die Hälfte unserer Gerüste eine eigene Statik.

Diese neuen Bedingungen benötigen eine angemessene Gerüstbaukultur. Bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH unterstützen wir diese Entwicklung durch leistungsgerechte Bezahlung und Wunschgehalt, umfangreiche Maßnahmen zum Arbeitsschutz und gesundheitsfördernde Boni. Diese Vorreiterrolle auf den gesamten Gerüstbau auszuweiten benötigt eine fachlich kompetente Aufsicht für unser Gewerbe. Mit anderen Worten: wir brauchen wieder den Ethos einer Zunft.

Die Zukunft: eine eigene Identität

Der Gerüstbau gehört bereits jetzt als Meister-Branche der Handwerksrolle A an. Jeder Meister benötigt eine Zulassung, die von der Handwerkskammer streng überwacht wird. Damit Außenstehende die Bemühungen um unser Handwerk anerkennen, bedarf es zudem einer erkennbaren Identität.

Den ersten Schritt dazu sind wir bereits mit der grau-schwarzen Gerüstbauer-Bekleidung gegangen, empfohlen von der Bundesinnung. Was wir für unser Gerüstbauinnung jetzt noch benötigen, ist ein „Zunftzeichen“, ein Symbol für unser Meisterhandwerk. So erhält unsere Branchen-Zukunft sozusagen ein Gesicht. Mit ihm werden Passanten und Auftraggeber sofort sehen, dass auf unseren Baustellen mit hohem Standard gearbeitet wird, oft weit strenger, als es die Gesetze vorschreiben.

Ihr Ingolf Stuber