Der Treppenturm – das Gerüst für den Notfall

Wenn Feuersbrünste wüten bleibt häufig nur noch die Flucht. Doch was ist, wenn hölzerne Treppenhäuser in alten Gebäuden in Flammen stehen oder Bauarbeiten vorhandene Fluchttreppen versperren? Ein Treppenturm bietet hier buchstäblich einen Ausweg. Wie so ein Gerüst Leben rettet und was der Gerüstbauer beim Aufbau zu beachten hat, beschreiben wir im Folgenden.

Die Fluchttreppe als Notausgang

Eine unbeaufsichtigte Kerze, eine glimmende Zigarette im Hausmüll oder ein Kurzschluss in der Elektrik reichen aus und das Haus steht in Flammen. In Wohnhäusern mit mehreren Wohnungen sind Fluchttreppen dafür meist vorgeschrieben, wie auch in Krankenhäusern, Schulen oder Kindertagesstätten. Eine Fluchttreppe ist ein Treppenturm am Gebäude, der sichere Fluchtwege über ein außen angebrachtes Gerüst bietet.

Ein Treppenturm wird als zusätzliche Fluchttreppe dann nötig, wenn ein vorhandener Rettungsweg aufgrund baulicher Maßnahmen blockiert ist. Er ist auch nötig, wenn Fluchtwege zur Nottreppe zu lang sind oder eine veränderte Gebäudenutzung dies im Sinne der Sicherheit vorschreibt. Letzteres ist beispielsweise der Fall in überhastet eingerichteten Notquartieren oder in Massenunterkünften für Großveranstaltungen.

Ein Gerüst mit hohen Anforderungen

Ein Gerüst, das im Fall einer Notsituation als Rettungsweg fungiert, muss hohen Belastungen standhalten. Zum einen drängen sich auf ihm Menschen in Panik, um ein gefährdetes Gebäude zu verlassen. Zum anderen nutzen Rettungskräfte den Treppenturm, um zügig zum Ort der Gefahr zu gelangen.

Die Laufbreite der Stufen und Wege auf dem Treppenturm sollte daher mindestens 1,20 m betragen, damit eine Flucht ohne Gedränge oder Stauungen möglich ist. Das Gerüst nutzen im Ernstfall auch Kinder. Für sie sollte die Fluchttreppe mit einem speziellen Kindersicherungsgeländer ausgestattet sein, welches Abstürze und das Einklemmen von Kinderhänden verhindert.

Während Fluchttreppen allein dem Entkommen der Gefahr dienen, sind Rettungswege mit breiteren Treppen und Podesten versehen. Feuerwehr und Sanitäter nutzen die Plattformen für den Transport mittels Krankentragen, wenn hilfsbedürftige Personen Unterstützung beim Bewältigen der Treppen benötigen.

Abnahme durch Feuerwehr und Bauamt

Jedes Gerüst muss ein fachkundiger Gerüstbauer sorgfältig planen, die Statik berechnen, sorgfältig aufbauen, gewissenhaft sichern, vor der Freigabe prüfen und dem Nutzer bei der Übergabe erklären. Wenn es um einen Treppenturm als Fluchttreppe geht, ist es mit diesen Schritten noch immer nicht getan.

Hier wollen die Behörden garantiert sehen, dass die Sicherheit der Bewohner oder Kunden auch wirklich gegeben ist. Für Fluchttreppen und Rettungswege erfolgt daher eine Abnahme solcher Treppentürme durch das zuständige Bauamt und die örtliche Feuerwehr. Erst wenn auch sie mit Art und Zustand vom Gerüst zufrieden sind, ist die Arbeit für den Gerüstbauer erledigt.

Eine Fluchttreppe ist das einzige Gerüst, von dem wir als Gerüstbauer hoffen, dass unsere Kunden es niemals benutzen müssen.