Herausforderung Materialtransport – In 30 m Tiefe zur Friesenheimer Insel

Fernwärme vom energieeffizienten Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel – damit will die Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft MVV Energie AG künftig die ortsansässigen Industriebetriebe versorgen. Das Gerüst, für den dafür notwendigen Neubau des in 30 Metern Tiefe liegenden Dükers unter dem Altrhein, haben die Spezial-Gerüstbauer der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH jetzt im Auftrag der Kassecker Waldsassen GmbH errichtet.

Der Düker unter dem Altrhein

An der Sandhoferstraße in Mannheim, bei Stromkilometer 4,4, verlegt die Kassecker Waldsassen GmbH zurzeit eine mehr als 400 Meter lange Gashochdruckleitung. Diese als Düker bezeichnete Unterführung des Altrheins soll in naher Zukunft Prozessdampf von der Friesenheimer Insel als Fernwärme nach Mannheim liefern.

Die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH liefert dafür das Gerüst in Form eines Treppenturms, auf dem die Arbeiter sicher und schnell zu ihrem Arbeitsplatz in 30 Metern Tiefe gelangen. Die Zeit zum Erreichen des begehbaren Dükers spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Treppenturm statt Leitergänge

Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) schreiben bei hoch- und tiefliegenden Arbeitsplätzen einen Treppenturm vor. Diese Art von Gerüst erhöht die Sicherheit beim Hinauf- und Hinabsteigen und trägt in erheblichem Maße zum entspannten Arbeiten bei. Was die TRBS nicht offenbaren, ist der wirtschaftliche Vorteil, den der Einsatz eines Treppenturms für den Auftraggeber bedeutet.

Es ist die Wegezeit, die das ständige Auf und Ab während der Arbeit kostet. Die Arbeitszeit stellt den größten Kostenfaktor auf der Baustelle dar. Im Vergleich zu Leitergängen an einem herkömmlichen Gerüst bewirkt der Treppenturm eine Zeitersparnis von 50 Prozent. Bauarbeiter benötigen also doppelt so viel Zeit für das Erklimmen der Leitern, wie sie bei der bequemen Benutzung der Treppenstufen verbrauchen. Für ein optimiertes Zeitmanagement war der Einsatz eines Treppenturms daher eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung.

Herausforderung Materialtransport

In vielen Fällen kommt beim Gerüstbau in die Tiefe ein Hängegerüst zum Einsatz. In diesem Fall haben sich die Gerüstbauer aus verschiedenen Gründen für ein anderes Verfahren entschieden, bei dem das Gerüst vom Boden der Baugrube aus bis zum Rand der Aushebung hinauf gebaut wurde. Was für die Stabilität von Vorteil war, brachte einen schwierigen Materialtransport mit sich.

Alle Teile für das Gerüst mussten zunächst entlang der Bohrpfahlwand herunterlassen werden, um sie für den Gerüstbau vom Boden aus nutzen zu können. Dieses Verfahren war mühsam, kam jedoch den wirtschaftlichen Überlegungen entgegen.

Auf dem Layher Gerüst zur Tunnelröhre

Der Materialtransport war kein „leichtes“ Unterfangen. Insgesamt kamen 5110 Kilogramm Gerüstbaumaterial zum Einsatz, das Stück für Stück in die Tiefe hinabgelassen wurde. Den größten Anteil daran hatte das Layher Blitz Gerüst und die Podesttreppen. Hierauf überwinden die Tunnelbauer zukünftig den 30 Meter Höhenunterschied. Dafür steht ihnen eine Laufbreite von bequemen 60 Zentimetern zur Verfügung. Den Treppenturm wurde zur Sicherheit an der Bohrpfahlwand verankert.

Nun ist es an der MVV, die Betriebe in Mannheim schnell mit der umweltfreundlichen Fernwärme aus dem Abfallverbrennungskraftwerk zu versorgen.